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von - 18.01.2017

Arbeitnehmer sollen Recht auf Rückkehr in Vollzeitstellen bekommen

Den Arbeitnehmern in Deutschland soll das Recht eingeräumt werden, nach einer zeitlich befristeten Verringerung ihrer Arbeitszeit wieder auf ihre ursprüngliche Stundenzahl zurückzukehren. Das sieht ein Gesetzesentwurf von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vor.

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Eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit kann durchaus sinnvoll sein: Für Mütter nach der Geburt des Kindes oder zum Beispiel bei Pflege eines Angehörigen ist dies eine Möglichkeit, mehr Zeit neben dem Job zu bekommen, ohne die Stelle gleich zu kündigen. Das Recht auf Reduzierung der Arbeitszeit besteht bereits, jedoch bringt es aktuell auch ein Risiko mit sich – eine Garantie auf Rückkehr in die Vollzeitstelle gibt es bisher nicht. Das möchte Nahles nun ändern – ihr Entwurf befindet sich aktuell bei der Bundesregierung in der Ressortabstimmung.

Ausnahmen möglich

Gelten soll das geplante Gesetz nicht nur für Eltern und Pflegende, sondern grundsätzlich für alle Arbeitnehmer. Jedoch stehen auch Ausnahmen in dem Gesetzesentwurf:

  • Die Vorgabe gilt nur für Unternehmen, in denen mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt sind.
  • Der Arbeitnehmer muss mehr als sechs Monate in dem Unternehmen gearbeitet haben.
  • Die befristete Teilzeit muss mindestens drei Monate im Voraus beantragt werden.
  • Nach der Rückkehr zur ursprünglichen Arbeitszeit soll eine erneute Reduzierung der Arbeitszeit frühestens nach 12 Monaten möglich sein.

Geplant ist außerdem, dass der Arbeitgeber es mit seinen Arbeitnehmern erörtern muss, wenn diese eine Änderung ihrer Arbeitszeit wünschen – dies gilt unabhängig von der Betriebsgröße. Desweiteren soll Mitarbeitern, die sich in unbegrenzter Teilzeit befinden, die Verlängerung ihrer Arbeitszeit erleichtert werden. Bereits heute sind sie bei der Besetzung freier Stellen bevorzugt zu berücksichtigen.

Meinungen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern

Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer warnte, unabhängig vom konkreten Entwurf zur Teilzeit, vor zu starren Vorgaben: "Ein Land, das auch morgen wirtschaftlich und sozial in der Champions League spielen will, darf sich nicht an Arbeitszeitregeln aus dem letzten Jahrhundert klammern. Wir wollen und müssen die Chancen der Digitalisierung nutzen, statt sie zu verhindern", forderte er. "Das bedeutet für die Arbeitszeit und den Arbeitsort: Lasst uns mehr zutrauen."

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"Die Regulierung erreicht das Gegenteil von flexibler Arbeitsgestaltung", sagte der Hauptgeschäftsführer ihres Verbands BDA, Steffen Kampeter. "Der befristete Teilzeitanspruch stellt Betriebe und alle anderen Arbeitnehmer vor große Belastungen: Wer befristet ausfällt, dessen Arbeit muss trotzdem gemacht werden."

Unterstützung hingegen kommt von den Gewerkschaften für den Nahles-Vorschlag. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit ist längst überfällig." Die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie werde immer drängender. "Sie darf aber nicht in einer "Teilzeitfalle" enden." Auch DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach äußerte sich zu dem Thema: "Wir brauchen ein Recht auf befristete Teilzeit, das unabhängig vom Anlass gilt, damit Menschen sich Zeit nehmen können für Weiterbildung, Ehrenamt, oder auch für Kinder, außerhalb der Elternzeit - und dann wieder zurück zur Vollzeit kommen können."

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