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Was Sie zum Kindergeld wissen möchten

Fragen und Antworten rund ums Kindergeld


Wer erhält noch Erziehungsgeld und wem wird Kindergeld gezahlt?

Das Bundeserziehungsgeldgesetz gilt für alle Kinder, die bis zum 31.12.2006 geboren wurden. Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, erhalten die Anspruchsberechtigten maximal 24 Monate lang Erziehungsgeld. Für alle ab dem 01.01.2007 geborenen Kinder tritt das Elterngeld an die Stelle des bisherigen Erziehungsgeldes.

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Welche Länder zahlen ein Landeserziehungsgeld?

Die Länder Bayern, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen gewähren nach Ablauf des Erziehungsgeldes bzw. Elterngeldes unter bestimmten Voraussetzungen ein Landeserziehungsgeld. Das Landeserziehungsgeld ist abhängig vom Einkommen und wird unterschiedlich lang gezahlt, längstens jedoch bis zum vollendeten 3. Lebensjahr des Kindes. Weitere Informationen erhalten Sie bei dem entsprechenden Versorgungsamt.

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Wie wird Ihnen das Kindergeld gezahlt?

Auszahlung durch die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit:
Das Kindergeld wird von der zuständigen Familienkasse monatlich ausgezahlt. Maßgeblich für den Zeitpunkt der Auszahlung ist die letzte Ziffer der Kindergeldnummer, die sich aus der Dienststellennummer des Arbeitsamtes und einer bis zu sechsstelligen Nummer zusammensetzt. Bei einer Kindergeldnummer mit der Endziffer 0 erfolgt die Auszahlung am Monatsbeginn, mit der Endziffer 9 erfolgt die Kindergeldauszahlung zum Monatsende. Die genauen Auszahlungstermine können auf der Internetseite des Arbeitsamtes (www.familienkasse.de) in Erfahrung gebracht werden. Der Kindergeldbetrag wird dementsprechend auf das Konto des Kindergeldberechtigten überwiesen.

Auszahlung an Angehörige des öffentlichen Dienstes:
Wer Angehöriger im öffentlichen Dienst ist oder Versorgungsbezüge empfängt, bekommt das Kindergeld von seinem Dienstherrn oder Arbeitgeber. Dieser setzt in seiner Eigenschaft als Familienkasse das Kindergeld fest und zahlt es monatlich an den Kindergeldberechtigten aus. Falls der Berechtigt oder dessen Ehepartner jedoch Angehöriger eines Mitgliedstaates der EU, des Europäischen Wirtschaftsraumes oder von Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien, Tunesien, Marokko, Algerien, der Schweiz oder der Türkei ist, so ist für die Festsetzung und Auszahlung des Kindergeldes jeweils die Familienkasse zuständig, in dessen Bezirk der Kindergeldberechtigte wohnt.

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Werden die persönlichen Daten geschützt?

Die in der Kindergeldakte enthaltenen Daten müssen für die laufende Kindergeldzahlung maschinell verarbeitet und gespeichert werden. Sämtliche von Ihnen gemachten Angaben unterliegen dem Steuergeheimnis. Ihre Daten werden nur dann an andere Stellen weitergegeben, wenn dies für deren Aufgabenerfüllung unbedingt erforderlich ist und den gesetzlichen Datenschutzbestimmungen entspricht.

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Kann Kindergeld gepfändet oder abgetreten werden?

Nur wenn gesetzliche Unterhaltsansprüche eines Kindes vorliegen, das bei der Festsetzung des Kindergeldes berücksichtigt wird, kann das Kindergeld von Ihnen an einen Dritten abgetreten oder bei Ihnen gepfändet werden. Alle Abtretungen und Pfändungen, die aus anderen Gründen vorgenommen werden, sind unzulässig.

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Wann beginnt der Anspruch auf Kindergeld und wann endet er?

Grundsätzlich besteht für jeden Monat, in dem mindestens an einem Tag die Voraussetzungen für den Erhalt von Kindergeld erfüllt sind, Anspruch auf Kindergeld. Der Kindergeldanspruch verjährt vier Jahre nach dem Jahr seiner Entstehung.
Mit Ablauf des Monats, in dem das Kind sein 18. Lebensjahr vollendet, endet die Kindergeldzahlung zunächst. Falls das Kind jedoch am 1. eines Monats Geburtstag hat, endet die Kindergeldzahlung bereits mit dem Vormonat. Kinder, die sich nach Vollendung des 18. Lebensjahres noch in der Schul- oder Berufsausbildung oder im Studium befinden, können auch weiterhin Kindergeld erhalten, wenn dies der Familienkasse nachgewiesen und das Kindergeld neu beantragt wird. Das Kindergeld wird jedoch längstens bis zur Vollendung des 25 Lebensjahres des Kindes gezahlt.

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In welchem Fall ist Ihr Kindergeld an eine andere Person oder an eine Behörde auszuzahlen?

Falls der Kindergeldberechtigte dem Kind (trotz bestehender Verpflichtung) keinen oder nur unregelmäßigen Unterhalt leistet, kann das auf dieses Kind entfallende Kindergeld an die Person oder Behörde abgezweigt (ausgezahlt) werden, die dem Kind tatsächlich laufend Unterhalt gewährt. Ist das Kind volljährig, kann das Kindergeld auf Antrag auch an dieses selbst gezahlt werden. Ebenso kann das Kindergeld abgezweigt werden, wenn der Berechtigte seiner Unterhaltspflicht nur mit einem geringeren Betrag als dem anteiligen Kindergeld nachkommt oder wenn aufgrund fehlender Leistungsfähigkeit keinerlei Unterhalt gezahlt werden kann. Bevor das Kindergeld abgezweigt wird, erhält der Kindergeldberechtigte die Gelegenheit zu dem Auszahlungsantrag Stellung zu nehmen.

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Wann muss Kindergeld zurückgezahlt werden?

Zu Unrecht erhaltenes Kindergeld müssen Sie zurückzahlen, völlig unabhängig von der Verschuldensfrage. Dies gilt auch in dem Fall, wenn das Kindergeld von der Familienkasse auf Ihre Veranlassung hin auf des Konto eines Dritten überwiesen wurde. Als Kindergeldberechtigter bleiben Sie Schuldner des Rückforderungsanspruchs. Die Familienkasse wird Ihnen, wenn Sie zu Unrecht Kindergeld erhalten haben, einen Bescheid über die Rückforderung zustellen. Der Rückforderungsbetrag wird dann in einer Summe sofort zur Zahlung fällig. Es ist aber möglich den Rückforderungsbetrag gegen Ihre Anspruch auf laufendes Kindergeld bis zu dessen Hälfte aufzurechnen. Achtung: Auch wenn Sie gegen den Rückforderungsbescheid Einspruch einlegen, muss der gesamte Rückforderungsbetrag zunächst überwiesen werden!

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Wie und wann wird der Kindergeldanspruch überprüft?

Während des laufenden Kindergeldbezuges prüft die Familienkasse in bestimmten Abständen, ob die Voraussetzungen für den Kindergeldanspruch noch gegeben sind und ob die Höhe des Kindergeldes zutreffend ist. Es wird z. B. überprüft, ob Sie ihren Wohnsitz im Inland haben und die Kinder weiter in ihrem Haushalt leben, ob Ausbildung oder Studium der Kinder noch andauern oder ob sich die Einkommensverhältnisse der Kinder geändert haben. Nachweise über Werbungskosten bzw. Einnahmen und Ausgaben eines volljährigen Kindes sollten unbedingt aufbewahrt werden, da die letzte Überprüfung der Familienkasse in dem Jahr nach Ausbildungsende erfolgt. Falls Ihre Mitwirkung zur Überprüfung des Kindergeldanspruchs notwendig ist, wird Ihnen zu gegebener Zeit ein Fragebogen bzw. ein Anforderungsschreiben zugesandt. Um eine Zahlungsunterbrechung auszuschließen, müssen die Formulare vollständig ausgefüllt und mit den erforderlichen Unterlagen möglichst innerhalb von vier Wochen der zuständigen Familienkasse vorliegen. Sie sind zu dieser Mitwirkung nach § 93 Abs. 1 der Abgabenordnung ausdrücklich verpflichtet. Bei fehlenden Nachweisen muss die Familienkasse die Festsetzung des Kindergeldes ablehnen oder ändern (ggf. auch rückwirkend). Trotz der regelmäßigen Überprüfung durch die Familienkasse sind Sie verpflichtet Änderungen, die für den Erhalt von Kindergeld bedeutsam sind, unverzüglich anzugeben.

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Was ist mit dem Begriff „Zählkind“ gemeint?

Für ein Zählkind wird an den vorrangig berechtigten Elternteil Kindergeld ausgezahlt, der andere Elternteil kann dieses Kind als „Zählkind“ aufführen. Wenn z. B. außer einem älteren Zählkind noch drei jüngere Kinder vorhanden sind, für die Kindergeld gezahlt wird, schiebt das Zählkind diese in der (Kindergeld-) Rangfolge weiter, so dass für das jüngste (4.) Kind der erhöhte Kindergeldsatz von 179,00 Euro gezahlt wird.

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Was muss der Familienkasse mitgeteilt werden?

Wenn Sie Kindergeld beantragt haben oder schon beziehen, sind Sie verpflichtet (§ 68 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes) unverzüglich sämtliche Änderungen in Ihren Verhältnissen und denen Ihrer Kinder der zuständigen Familienkasse mitzuteilen. Dies gilt auch, wenn über Ihren Kindergeldantrag noch nicht entschieden ist. Ebenso müssen die Veränderungen, die Ihnen erst nach Ende des Kindergeldbezugs bekannt werden und die sich rückwirkend auf den Bezug des Kindergeldes auswirken können, mitgeteilt werden. Die Mitteilungen und Anträge müssen unbedingt schriftlich an Ihre zuständige Familienkasse gerichtet werden, da sich dort Ihre Kindergeldunterlagen befinden. Achtung: Es genügt nicht, Mitteilungen an eine andere Stelle der Agentur für Arbeit oder an eine andere Behörde (z.B. Einwohnermeldeamt, Gemeindeverwaltung) zu richten.
Insbesondere muss die Familienkasse unverzüglich benachrichtigt werden, wenn:

  • sich Ihre Anschrift oder Bankverbindung ändert
  • Sie oder Ihr Ehegatte geschieden werden oder sich auf Dauer trennen
  • Sie oder eines Ihrer Kinder Ihren bisherigen Haushalt verlassen
  • ein Kind stirbt oder als vermisst gemeldet werden musste
  • sich die Anzahl Ihrer Kinder aus sonstigen Gründen vermindert
  • Sie eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst für (voraussichtlich) mehr als sechs Monate aufnehmen
  • das Kindergeld von Ihrem Ehegatten bei seinem öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber bzw. Dienstherrn beantragt wurde
  • Sie oder Ihr Ehegatte eine Berufstätigkeit im Ausland aufnehmen
  • Sie oder Ihr Ehegatte von Ihrem deutschen Arbeitgeber zur Beschäftigung ins Ausland entsandt werden
  • Sie, Ihr Ehegatte oder eines Ihrer Kinder ins Ausland verziehen
  • Sie eine andere kindbezogene Leistung erhalten, z.B. ausländische Familienbeihilfen.

Erhalten Sie Kindergeld für ein Kind, das sein 18. Lebensjahr vollendet hat, müssen Sie Ihre Familienkasse unverzüglich benachrichtigen, wenn das Kind:

  • seine Ausbildung (Schule oder Beruf) oder das Studium wechselt, beendet oder unterbricht (dies gilt ebenfalls, wenn das Kind sich trotz bestehender Immatrikulation vom Studium beurlauben lässt)
  • erstmals über Einkünfte oder Bezüge verfügt oder sich das bisherige Einkommen des Kindes erhöht
  • bisher ohne Ausbildungsplatz oder auch arbeitslos war und nun eine Ausbildung (Schule oder Beruf), ein Studium oder eine Erwerbstätigkeit aufnimmt
  • den freiwilligen Wehrdienst antritt
  • heiratet bzw. sich sein Familienstand ändert
  • schwanger ist und in den Mutterschutz geht.

Achtung: Falls Sie Ihrer Familienkasse Änderungen gar nicht oder verspätet mitteilen, muss nicht nur das zu Unrecht als Steuervergütung erhaltene Kindergeld zurückgezahlt werden. Sie müssen außerdem mit einer Geldbuße wegen Ordnungswidrigkeit oder sogar mit einer strafrechtlichen Verfolgung wegen Steuerhinterziehung rechnen. Im Zweifelsfall fragen Sie lieber bei Ihrer Familienkasse nach, ob sich eine Veränderung auf Ihren Kindergeldanspruch auswirkt.

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Wie und wo müssen Sie einen Antrag stellen, um Kindergeld zu bekommen?

Sie müssen den Kindergeldantrag schriftlich stellen und unterschreiben, ein mündlicher Antrag, z. B. durch Telefonanruf, ist nicht möglich. Allerdings kann der Antrag auch durch einen Bevollmächtigten gestellt werden, z. B. durch Angehörige steuerberatender Berufe. Außer dem Kindergeldberechtigten kann auch derjenige einen Antrag auf Kindergeld stellen, der ein berechtigtes Interesse an der Kindergeldzahlung hat, z. B. weil dieser dem Kind Unterhalt gewährt (anstelle der Eltern). Der Kindergeldantrag muss bei der zuständigen Familienkasse eingereicht werden. Leben Sie in Deutschland oder haben hier Ihren gewöhnlichen Aufenthalt, hat die für Sie zuständige Familienkasse ihren Sitz in der Regel in der für Ihre Gemeinde zuständigen Bundesagentur für Arbeit. Befindet sich Ihr Wohnsitz im Ausland und sind Sie in Deutschland erwerbstätig, ist das Arbeitsamt – Familienkasse – zuständig, in dessen Bezirk sich der Sitz der Lohnstelle des Beschäftigungsbetriebes befindet. Für Empfänger von Versorgungsbezügen und Angehörige des öffentlichen Dienstes ist die mit der Bezügefestsetzung befasste Stelle des jeweiligen öffentlich-rechtlichen Arbeitgebers die zuständige Familienkasse. Bei der Familienkasse sind Vordrucke für die Antragstellung erhältlich, die dort vollständig ausgefüllt wieder abgegeben werden müssen. Es ist auch möglich einen Internet-Vordruck von der Seite www.familienkasse.de herunter zu laden. Sie können den Antrag per Post oder Telefax schicken oder ihn bei der zuständigen Familienkasse abgeben (persönlich oder durch einen Beauftragten).

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Welche Leistungen führen zu einer Minderung bzw. Nichtzahlung des Kindergeldes?

Falls für das Kind Ansprüche bestehen auf:

  • Leistungen für Kinder, die im Ausland gezahlt werden und mit Kindergeld, der Kinderzulage bzw. dem Kinderzuschuss vergleichbar sind,
  • Leistungen für Kinder von einer über- oder zwischenstaatlichen Einrichtung, wenn sie mit Kindergeld vergleichbar sind,
  • Kinderzulage (altrechtlich) aus der gesetzlichen Unfallversicherung,
  • Kindergeldzuschuss (altrechtlich) aus einer gesetzlichen Rentenversicherung

steht Ihnen für das Kind kein Kindergeld zu. Der Anspruch auf Kindergeld für ein Kind ist dann ausgeschlossen, wenn dem Kindergeldberechtigten bzw. einer anderen Person für das Kind eine der oben genannten Leistungen zusteht. Tritt dieser Fall ein, kann das Kind jedoch bei einem Kindergeldanspruch für jüngere Kinder als Zählkind auftreten und so zur Erhöhung des Kindergeldanspruchs beitragen. Wenn der Kindergeldzuschuss bzw. die Kinderzulage zur Rente niedriger als das Kindergeld ist, wird der Unterschiedsbetrag als Teilkindergeld gezahlt. Werden ausländische Leistungen für das Kind bezogen, die nicht von einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraumes gewährt werden, gibt es keinen Anspruch auf Teilkindergeld.

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Welche Nachweise müssen zur Beantragung des Kindergeldes vorgelegt werden?

Einige Angaben müssen durch Bescheinigungen oder Urkunden nachgewiesen werden. Wenn Sie Kindergeld aufgrund der Geburt eines Kindes beantragen, ist die Geburtsurkunde oder die Geburtsbescheinigung im Original erforderlich. Dies reicht aus, wenn keine Zweifel bestehen, dass das Kind in den Haushalt der Eltern aufgenommen ist. Für einen späteren Nachweis ist eine schriftliche Erklärung über die Zugehörigkeit des Kindes zum Haushalt des Berechtigten abzugeben.
Wenn für über 18 Jahre alte Kinder Kindergeld beantragt wird, müssen sämtliche Einkünfte und Bezüge einschließlich berücksichtigungsfähiger Abzugsbeträge nachgewiesen werden. Ebenso sind die erhaltenen Sonderzuwendungen im Zusammenhang mit Einkünften (Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, usw.) zu belegen. Befindet sich das Kind in der Ausbildung (Schule oder Beruf) oder im Studium, muss das durch eine Bescheinigung der Schule, des Ausbildungsbetriebes bzw. der Hochschule belegt werden. Jährlich, spätestens aber im Oktober, muss die Fortdauer des Studiums nachgewiesen werden. Macht das Kind eine betriebliche Ausbildung, sind Art und Dauer der Ausbildung zu belegen. Die Ausbildungsvergütung, der Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung sowie evtl. Sonderzuwendungen müssen durch geeignete Unterlagen nachgewiesen werden.
Ein über 25 Jahre altes Kind, das sich noch in der Ausbildung befindet, muss durch eine Dienstbescheinigung die Dauer des geleisteten Zivil- bzw. Wehrdienstes belegen um den Anspruch auf Kindergeld geltend zu machen. Um den Tag des Ausbildungsendes nachzuweisen (wegen Wegfalls des Kindergeldanspruchs), legen Sie eine Bescheinigung der Ausbildungsstätte vor und bei schulischen Ausbildungen das Prüfungszeugnis.
Kinder, die ein freiwilliges ökologisches bzw. soziales Jahr, Europäischen Freiwilligendienst oder Auslandsdienst leisten, müssen diesen Dienst durch eine Bescheinigung des Trägers nachweisen.
Hat das Kind weder Arbeits- noch Ausbildungsplatz sind besondere Nachweise und Angaben erforderlich.
Soll ein Kind wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung berücksichtigt werden, ist eine amtliche Bescheinigung über die Behinderung notwendig. In der Regel ist der Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes, der Behindertenausweis oder auch der Rentenbescheid ausreichend. Auch durch eine Bescheinigung bzw. durch ein ärztliches Gutachten des behandelnden Arztes kann die Behinderung belegt werden. Aus dem Gutachten / der Bescheinigung müssen sowohl der Umfang der Behinderung als auch der Beginn der Behinderung (bei Kindern über 25 Jahren) und die Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit des Kindes hervorgehen.

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Welche Voraussetzungen müssen Kinder erfüllen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben?

Hat Ihr Kind das 18. Lebensjahr vollendet, kann unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin Kindergeld bezogen werden.

  • Wenn Ihr Kind keinen Arbeitsplatz hat und als arbeitssuchend gemeldet ist, kann es Kindergeld bis zur Vollendung seines 21. Lebensjahres erhalten. Durch geringfügige Tätigkeiten wird der Anspruch auf Kindergeld nicht ausgeschlossen.
  • Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres kann Kindergeld gezahlt werden, wenn das Kind weder einen Ausbildungsplatz noch einen berufsqualifizierenden Abschluss vorweisen kann. Allerdings muss das Kind nachweisen, dass die Suche nach einem Ausbildungsplatz trotz ernsthafter Bemühungen bisher erfolglos verlaufen ist.
  • Befindet sich das Kind in der Berufsausbildung kann es ebenfalls bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld beziehen. Unter Berufsausbildung wird die Ausbildung für einen zukünftigen Beruf verstanden: Die Ausbildungsmaßnahmen müssen demnach auf ein bestimmtes Berufsziel ausgerichtet sein. Dazu gehört neben dem Besuch allgemeinbildender Schulen auch die Ausbildung im Betrieb, eine weiterführende Ausbildung sowie die Ausbildung für einen weiteren Beruf. Voraussetzung ist außerdem, dass sich das Kind ernsthaft auf das Berufsziel vorbereitet. Spätestens mit dem Ende des Schuljahres bzw. mit dem Monat, in dem das Kind offiziell schriftlich vom Gesamtprüfungsergebnis unterrichtet wurde, endet die Kindergeldzahlung. Falls eine Ausbildungsunterbrechung wegen Krankheit oder Mutterschaft nur vorübergehend eintritt, wird grundsätzlich weiter Kindergeld gezahlt. Für Unterbrechungszeiten nach Ablauf der Mutterschutzfristen, z. B. Elternzeit, gilt dies jedoch nicht.
  • Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres ist es ist möglich für bestimmte Übergangszeiten (Zwangspausen) Kindergeld zu beziehen. Bis zu einer Dauer von vier Kalendermonaten wird Kindergeld gezahlt, wenn sich Ihr Kind zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befindet, z. B. zwischen Schulabschluss und Berufsausbildung.
  • Leistet Ihr Kind ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder befindet sich im Europäischen Freiwilligendienst, hat es ebenfalls Anspruch auf Kindergeld bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.
  • Für ein behindertes Kind wird auch über das 18./25. Lebensjahr hinaus ohne Altersbegrenzung Kindergeld gezahlt, wenn es wegen seiner Behinderung (körperlich, geistig, seelisch) nicht in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten. Einkünfte und Bezüge des behinderten Kindes dürfen 7.680 Euro im Kalenderjahr nicht überschreiten, das Vermögen hat keine Auswirkungen auf den Kindergeldanspruch.

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Wer hat Anspruch auf Kindergeld über das 25. Lebensjahr hinaus?

Nach Vollendung des 25. Lebensjahres wird für Kinder in der Ausbildung oder im Studium Kindergeld gezahlt:

  • wenn sie den gesetzlichen Grundwehr- oder Zivildienst geleistet haben
  • wenn sie sich freiwillig für maximal drei Jahre zum Wehrdienst verpflichtet haben
  • wenn sie eine Tätigkeit als Entwicklungshelfer ausgeübt haben, die vom gesetzlichen Wehr- bzw. Zivildienst befreit.

Das Kind muss die Tätigkeit, bzw. den Dienst allerdings vor dem 1.7.2011 angetreten haben. Das Kindergeld steht diesen Kindern längstens für die Dauer des gesetzlichen Grundwehrdienstes zu. Während der Ableistungszeit der o.g. Dienste wird grundsätzlich kein Kindergeld gezahlt.
Für ein behindertes Kind wird auch über das 25. Lebensjahr hinaus ohne Altersbegrenzung Kindergeld gezahlt, wenn es wegen seiner Behinderung (körperlich, geistig, seelisch) nicht in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten. Die Behinderung muss schon vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten sein. Einkünfte und Bezüge des behinderten Kindes dürfen 7.680 Euro im Kalenderjahr nicht überschreiten, das Vermögen hat keine Auswirkungen auf den Kindergeldanspruch.

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Wer kann Kindergeld erhalten?

Seit 1996 gehört das Kindergeld zum Steuerrecht. Nach dem Einkommensteuergesetz haben die Eltern Anspruch auf Kindergeld, die in Deutschland ihren Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt haben oder die im Ausland wohnen und in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind bzw. entsprechend behandelt werden. Sofern ausländische Mitbürger über eine gültige Niederlassungserlaubnis verfügen, haben sie Anspruch auf Kindergeld in Deutschland. Auch durch eine Aufenthaltsgenehmigung zu bestimmten Zwecken kann die Voraussetzung für den Bezug von Kindergeld gegeben sein. Hierüber erteilt Ihnen Ihre Familienkasse nähere Auskünfte.
Wenn Sie im Ausland wohnen und in Deutschland nicht unbeschränkt steuerpflichtig sind, können Sie nach dem Bundeskindergeldgesetz Kindergeld als Sozialleistung erhalten.

Voraussetzung hierfür ist:

  • Sie stehen in einem Versicherungspflichtverhältnis zur Bundesagentur für Arbeit
  • Sie sind als Missionar oder Entwicklungshelfer tätig
  • Sie beziehen eine Rente nach deutschen Rechtsvorschriften
  • Sie sind Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates des Europäischen Wirtschaftsraumes und leben in einem der Mitgliedstaaten.

Falls ein Elternteil Kindergeldanspruch nach dem Bundeskindergeldgesetz hat und der andere nach dem Einkommensteuergesetz, geht der Anspruch nach dem Einkommensteuergesetz vor.

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Wem wird das Kindergeld gezahlt, wenn es mehrere anspruchsberechtigte Personen gibt?

Im Regelfall erhält der Elternteil das Kindergeld, der das Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat. Es kann immer nur eine Person für ein und dasselbe Kind Kindergeld bekommen. Falls das Kind weder bei der Mutter noch bei dem Vater im Haushalt lebt, wird Kindergeld an den Elternteil gezahlt, der für das Kind laufend (den höheren) Barunterhalt zahlt; alle andersartigen Unterhaltsleistungen bleiben hierbei außer Betracht.
Wenn die Eltern nicht dauernd getrennt leben, können sie untereinander durch eine Berechtigtenbestimmung festlegen, wer von ihnen das Kindergeld für die im gemeinsamen Haushalt lebenden Kinder bekommen soll. So wird den Eltern die Möglichkeit gegeben, denjenigen als Berechtigten festzulegen, bei dem sich vielleicht ein höherer Kindergeldanspruch ergibt, z. B. durch ein vorhandenes „Zählkind“. Dies gilt sowohl für den leiblichen als auch für den nichtleiblichen Elternteil. Ebenso können Großeltern und Pflegeeltern, die nicht dauernd getrennt leben, von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.
Fall mangels Einigung keine Berechtigtenbestimmung getroffen wird, legt das Amtsgericht als Vormundschaftsgericht auf Antrag den vorrangig Kindergeldberechtigten fest. Jeder, der ein berechtigtes Interesse an der Kindergeldzahlung hat, kann diesen Antrag stellen.

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Wann liegt eine Haushaltsaufnahme vor?

Eine Haushaltsaufnahme liegt vor, wenn das Kind ständig in der Familienwohnung des Antragstellers lebt. Es gehört wie ein eigenes Kind zur Familie und wird dort betreut und versorgt. Die bloße Anmeldung bei der Meldebehörde oder eine tageweise Betreuung des Kindes reichen nicht aus um eine Haushaltsaufnahme zu begründen.

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Wie wird Ihnen die Entscheidung der Familienkasse mitgeteilt?

Die Familienkasse teil Ihnen die Entscheidung über den Anspruch auf Kindergeld durch einen schriftlichen Bescheid mit. Wenn für die Auszahlung des Kindergeldes die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit zuständig ist, können Sie Ihrem Kontoauszug neben der Höhe des Kindergeldbetrages und der Kindergeldnummer in der Regel auch den Zeitraum entnehmen, für den der Betrag bestimmt ist. Für den Fall, dass eine Familienkasse des öffentlichen Dienstes für die Kindergeldauszahlung zuständig ist, können Sie die Höhe des Betrags sowie den betreffenden Zeitraum aus der Bezügebescheinigung ersehen.

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Wie hoch ist das Kindergeld?

In Deutschland wird für das erste und zweite Kind jeweils 190 € Kindergeld gezahlt. Für das dritte Kind gibt es 196 € Kindergeld vom Staat und ab dem vierten Kind 221 € Kindergeld. (Stand 2016)

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Für welche Kinder erhält man Kindergeld?

Für Kinder, die in Deutschland ihren Wohnsitz haben oder die sich gewöhnlich in Deutschland aufhalten, wird Kindergeld gezahlt. Dies ist völlig unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit. Für Kinder, die in einem Mitgliedstaat des Europäischen Wirtschaftsraumes oder der Europäischen Union leben, gilt dasselbe.
Folgende Kinder werden bei der Kindergeldzahlung berücksichtigt:

  • leibliche Kinder des Antragstellers (auch adoptierte)
  • die Kinder des Ehegatten sowie Enkelkinder, die vom Antragsteller in seinen Haushalt aufgenommen wurden
  • Pflegekinder, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Voraussetzungen (die Pflegekinder müssen zur Familie gehören wie eigenen Kinder, ein Betreuungs- und Obhutsverhältnis zu den leiblichen Eltern der Pflegekinder darf nicht mehr bestehen)
  • evtl. Geschwister, wenn sie in den Haushalt aufgenommen werden und als Pflegekinder berücksichtigt werden können

Das Kindergeld wird auf jeden Fall bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres des Kindes gezahlt. Für volljährige Kinder wird Kindergeld nur dann gezahlt, wenn bestimmte zusätzliche Voraussetzungen erfüllt werden.

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